Clubfahrt Kroatien 2018

Die MTG 2018 auf Tauchtrip in der Adria

 

Die Münchner Tauchergemeinschaft ist wieder auf Reisen. Sie organisiert vom 27. April bis 1. Mai 2018 ein verlängertes Tauchwochenende in Stara Baška auf der Insel Krk. Letztlich wird daraus eine offizielle Clubfahrt, nicht zuletzt da ein paar der neun Teilnehmer für ihre Brevets Tauchgänge benötigen.
Die Truppe trifft sich Freitagfrüh zwecks Fahrgemeinschaft am Rastplatz Hofoldinger Forst Süd. Erstes Ziel sind die Tropfsteinhöhlen von Postojna in Slowenien. Mit der Schmalspurbahn fährt man in den Berg ein und aus. Die Strecke führt durch enge Kurven, schmale Tunnel und imposante Hallen – eine erstrahlt gar hell im Licht von Kronleuchtern. Weiter geht’s zu Fuß, vorbei an meterhohen Tropfsteinen, den Stalaktiten und Stalagmiten. Eineinhalb Stunden dauert die Tour in dem weltweit zweitgrößten besuchererschlossenen Höhlenmassiv. Wer sich in der Gegend aufhält, sollte die Höhlen nicht links liegen lassen.


Spätnachmittags in Stara Baška angekommen beziehen wir im Haus Nadia zwei Apartments. Alles ist neu und sauber. Die Tauchbasis der Euro-Divers ist nur wenige Meter entfernt, wo uns Kai Behrend begrüßt und einweist. Zusammen mit Vinko und Zita führt er die kleine gepflegte Basis, zu der auch das Tauchboot Katarina gehört.
Die nächsten drei Tage ist Tauchen pur angesagt. Vormittags, nachmittags und zur Abenddämmerung zieht es die MTGler ins Wasser. Die kroatische Adria ist Ende April mit 12 bis 14 °C recht frisch. Das einzige Weichei unter uns taucht im Trocki. Wenigstens schwitzt er dafür ordentlich an Land, denn da hat es angenehm sommerliche Temperaturen. Die „harten“ Nasstaucher freut’s hingegen.


Und was gibt’s jetzt in Neptuns Reich zu entdecken? Auf Anhieb erst einmal wenig, die Sicht ist recht bescheiden. Zu finden sind einige Wracks von Motor- und Segelbooten. Für die Fotografen lohnen die kleinen Dinge. Kriechende Weichtiere, wie Violette Flabellinas, Gestreifte Flügelschnecken, Leoparden- oder recht zahlreiche Purpurschnecken sind geduldige Motive. Mit Glück sind sogar Seepferdchen zu entdecken. Rotmaulgrundeln, diverse Schleimfische und Knurrhähne geben sich hingegen schreckhafter. Algen, kleinere Gelbe und Weiße Gorgonien, vereinzelte Korallen und Seescheiden, mit dazwischen drapierten Röhrenseegurken, tiefschwarzen Seeigeln und knallig roten Seesternen, säumen die Tauchplätze. Landschaftlich gesehen ist der Felsdurchbruch bei Prvic Tunnel in 30 Meter Tiefe das taucherische Highlight.
Mit zum Clubleben gehören die gemeinsamen Essen. Schon beim Frühstück geht’s los: Die mitgebrachte Kaffeemühle sorgt für frisch duftenden Kaffee, auch verschiedene Tees stehen zur Wahl. Spiegel- und Rühreier sind im Angebot. Und deutsches Vollkornbrot, frisch eingekauft im Supermarkt auf Krk, neben ein paar anderen Kleinigkeiten, wie Bier, Wein etc. Das war’s dann aber mit der Selbstversorgung. Im Hafen steht zu Mittag leichte maritime Kost auf der Speisekarte, das sogar mit Showeinlage – eine Gruppe Delfine jagt samstags publikumswirksam minutenlang in den ufernahen Fischgründen. Abends dürfen es dann gefüllte Paprika mit Kartoffelpüree und eisgefüllte Palatschinken oder deftige Zwetschgenknödel sein … Zum Ausklang gibt’s noch einen Absacker auf unserer Terrasse.


Der letzte Tauchgang entschädigt für die leichte Enttäuschung der vergangenen Tage. In Nähe eines Segelwracks, auf fleckigem Algengrund und gut getarnt, liegt ein flunderartiges Wesen, das wir allesamt als einen ziemlich finster dreinschauenden Rochen identifizieren. Die Tarnung ist schlicht perfekt, selbst, wer nur wenige Zentimeter ganz arglos darüber hinwegtaucht, bleibt ahnungslos. Tauchguide Zita führt uns noch zu einem Oktopus und scheucht vom Meeresgrund einen Knurrhahn auf. Auffallend ist dabei der leuchtend blaue Saum seiner flügelartigen Brustflossen.
Nach der Clubfahrt, bei der Bilderdurchsicht, taucht der gut getarnte Rochen wieder auf. Die Artbestimmung gestaltet sich anhand der Merkmale schwierig: Flacher Körperbau, fransiger Rand, eine Art Angel zwischen seinen Augen als Köder und ein breites oberständiges Maul … Es fällt die Aussage: „Rochen haben ihr Maul auf der Unterseite.“ Das Argument ist nicht zu toppen … Das Tier entpuppt sich letztlich als Seeteufel. Er lauert am Meeresgrund regungslos seiner Beute auf, lockt sie mit dem beweglichen ersten Rückenflossenstrahl an, reißt sein großes Maul auf und verschlingt mit dem starken Sog seine Opfer. Auszug aus dem MTG-WhatsApp-Chat: „Wow das ist ja toll … Ich bin quasi über dem Teufel geschwebt … Bin ich nun ein Engel?“ Antwort: „… naja zumindest Bengel können wir gelten lassen.“
MB, Juni 2018